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Historische Daten und Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Oberbiberg
Am 18. September 1871 ging ein Rundschreiben des königlichen Bezirksamtes an alle Gemeinden und ein Fragebogen, der das Feuerlöschwesen betraf:
Bezirksamt: Gemeinde:
1. Besteht eine Lokalfeuerlöschregelung? Nein 2. Besteht eine organisierte freiwillige Feuerwehr? Nein 3. Besteht eine Gemeinde Feuerwehr? Nein 4. Sind Spritzen vorhanden? Keinerlei Art von Spritzen 5. Welche Feuerlöschgeräte sind vorhanden? 1 Feuerleiter 6. Ist Löschwasser vorhanden, stehendes oder fließendes? Ein kleiner Weiher 7. Sind Schriften über Feuerlöschwesen vorhanden? Nein 8. Wird von der Gemeinde eine Feuerwehrzeitung gehalten? Nein
Die Ausrüstung der Gemeinde mit Feuerlöschgeräten war also mehr als unzureichend. Deshalb beschlossen die Gemeinderäte, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen und sie entsprechend auszustatten.
Am 19. Januar 1874 konnte Bürgermeister Handschuher (Ostermair in Ödenpullach) an das kgl. Bezirksamt melden: „... dass wir hier 1 tragbare Feuerwehrspritze haben, Wert 100 Gulden, aber noch keine Feuerhaken und keine Feuerleitern besitzen.“
Unter dem Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ gründeten die Bürger der Gemeinde Oberbiberg im Jahre 1874 eine Freiwillige Feuerwehr. Es traten alle Männer vom 18. – 60. Lebensjahr bei. Der erste Vorstand war Bürgermeister Handschuher. Im Antwortschreiben des kgl. Bezirksamtes heißt es u.a. „...man hat mit Befriedigung aufgenommen, dass Oberbiberg eine freiwillige Feuerwehr gegründet hat.“
Inzwischen hatte man auch Leitern und Haken gekauft, ferner waren 30 Fuß Schläuche in Verwendung. Der erste Kommandant war Georg Beil, Bauerssohn aus Kreuzpullach, Anton Spindler wurde Spritzenmannschaftsführer, Georg Frimmer und Markus Rank wurden Ordnungsmannschaftsführer. Hier nun die Liste der Mitglieder der im Jahre 1874 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Oberbiberg:
Name: Alter: Beruf: Ortschaft:
Über Kaspar 19 Schuhmacher Oberbiberg Schlosser Johann 23 Ökonom Oberbiberg Schlosser Simon 25 Ökonom Oberbiberg Schöftlmaier Josef 24 Ökonom Oberbiberg Beil Franz 25 Ökonom Kreuzpullach Adam Josef 29 Ökonom Oberbiberg Fink Thomas 29 Ökonom Oberbiberg Schöftlmaier Hubert 19 Ökonom Oberbiberg
Spritzenmänner: Über Simon 24 Schuster Oberbiberg Bail Mathias 19 Ökonom Oberbiberg Bail Georg 18 Ökonom Oberbiberg Schmotz Johann 30 Ökonom Oberbiberg Huber Johann 19 Ökonom Oberbiberg Bail Michl 19 Ökonom Kreuzpullach Schmid Johann 24 Ökonom Kreuzpullach Fink Anderl 25 Ökonom Jettenhausen Fink Leonhardt 24 Ökonom Jettenhausen Thalhammer Johann 22 Ökonom Jettenhausen Höger Johann 40 Wirt Oberbiberg Braun Michl 34 Schmied Oberbiberg Hierstetter Max 45 Schäffler Kreuzpullach Gnaedig Johann 34 Ökonom Ödenpullach Spiegler Sebastian 34 Ökonom Jettenhausen Gebhart Josef 34 Ökonom Jettenhausen Linsinger Johann 18 Ökonom Gerblinghausen Graf Josef 19 Ökonom Gerblinghausen Frimmer Georg 25 Ökonom Gerblinghausen Seiter Josef 30 Ökonom Gerblinghausen Naderer 21 Ökonom Gerblinghausen Schröfl Thomas 24 Ökonom Gerblinghausen Ettenberger Josef 21 Ökonom Gerblinghausen
Ordnungsmänner: Pauli Josef 45 Ökonom Kreuzpullach Orthofer Josef 45 Ökonom Oberbiberg Gradl Karl 47 Ökonom Oberbiberg Rank Markus 39 Ökonom Oberbiberg Bichlmayer Thomas 36 Ökonom Oberbiberg Knabl Johann 40 Ökonom Oberbiberg Spindler Anton 50 Ökonom Gerblinghausen Westner Josef 54 Ökonom Gerblinghausen Daubenberger Josef 54 Ökonom Gerblinghausen Spindler Paul 54 Ökonom Kreuzpullach Pauli Melchior 42 Wirt Keuzpullach Bail Michl 57 Bauer Kreuzpullach Handschuher Kaspar 51 Ökonom Ödenpullach Gebhardt Peter 29 Ökonom Jettenhausen Albert Josef 40 Ökonom Jettenhausen Graf Sebald 51 Ökonom Jettenhausen Schöftlmaier Dionis 23 Ökonom Ödenpullach Strobel Ignatz 19 Ökonom Ödenpullach Schindlbeck Ignaz 27 Ökonom Ödenpullach Schelle Ignaz 26 Ökonom Ödenpullach
Verzeichnis der Fuhrwerksbesitzer, welche zum Bespanndienst verpflichtet sind und turnusgemäß eingereiht werden:
Handschuher Kaspar Ödenpullach 4 Pferde 1.1. – 1.4. Gnaedig Johann Ödenpullach 6 Pferde 1.4. – 1.7. Schmid Johann Ödenpullach 4 Pferde 1.7. – 1.9. Bail Michl Kreuzpullach 4 Pferde 1.9. – 1.1. Pauli Melchior Kreuzpullach 6 Pferde 1.1. – 1.4. Spindler Paul Kreuzpullach 5 Pferde 1.4. – 1.7.
Im April 1881 beschloss der Gemeindeausschuss, ein Feuerwehrhaus für eine Löschmaschine und Geräte zu bauen. Man wollte das Häuschen ursprünglich an der Distriktstraße (heute: Staatsstraße 2368) an der Nordecke des Friedhofs errichten, aber dagegen erhob das Bezirksamt Einspruch, da gerade an dieser Stelle die Distriktstraße sehr eng sei. Bürgermeister Schlosser erklärte sich nun bereit, den Grund für das Feuerwehrhaus zur Verfügung zu stellen. Es war der Ort, wo es noch heute steht, wenn auch ausgedient. Mit dem Bau wurde 1882 begonnen. Erst 1943 beschäftigte sich der Gemeinderat wieder mit dem Problem Feuerwehrhaus, da das alte inzwischen viel zu klein geworden war. Die Gemeinde stellte einen Antrag auf Ausnahme vom Bauverbot, das durch die Kriegslage angeordnet war, mit folgender Begründung: „Der jetzige Feuerwehrgeräteraum ist viel zu klein zur Unterbringung der Feuerwehrgeräte. Die Gemeinde hat auch keine eigene Gemeindekanzlei, diese ist in einem Privatanwesen. Um die Gemeindeangelegenheiten ordnungsgemäß führen zu können, ist die Schaffung einer eigenen Gemeindekanzlei mit entsprechenden Räumen eine dringende Notwendigkeit.“ Das Gebäude wurde zu projektiert, dass ohne Schwierigkeiten eine Wohnung eingebaut werden konnte. Es sollte 12,30 m lang und 9,00 m breit werden. Es waren ein Spritzenraum, eine Gemeindekanzlei, ein Warteraum und eine Wohnung vorgesehen. Das Baugesuch wurde wegen der angespannten Baustofflage abgelehnt, auch der Versuch, dasselbe vorläufig als Doppelbehelfsheim durchzuführen. Man ersuchte die Gemeinde, die Angelegenheit nach dem Krieg weiterzuverfolgen. Die Jahre vergingen, aber es geschah in dieser Hinsicht nichts mehr.
Bereits 1970 gründete die Freiwillig Feuerwehr Oberbiberg als Vorreiter, die erste weibliche Löschgruppe im Landkreis Wolfratshausen. Sie bestand aus neun Damen, die ihre erste Leistungsprüfung am 29.5.1970, mit der Leistungsstufe I bestanden hat.
Dieser Gruppe gehörten an:
Kandler Kathi, Löschmeister Westner Anneliese Müller Annemie Markreiter Brigitte Lang Anneliese Schmid Christl Trischberger Maria Berzau Ingrid Berzau Helga
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Artikel aus der Zeitung vom 12. November 1970:
Damen-Löschgruppe in Oberbiberg
Zur Belohnung Rosen vom Ausbilder – eine Woche „Schule“ genüge
Die erste weibliche Löschgruppe im Landkreis Wolfratshausen, die das Brozene Leistungsabzeichen erwarb, ist in Oberbiberg, bei der Freiwilligen Feuerwehr zu Hause. Kreisbrandmeister Angermüller (Straßlach) schulte die neuen Damen der Löschgruppe binnen einer Woche sodaß sie unter den strengen Augen der Schiedsrichter (Kreisbrandinspektor Fagner sowie die Kreisbrandmeister Meier, Mayer und Kaiser) die Prüfung bestanden. Als erste gratulierten Fagner und Kommandant Spindler. Ausbilder Angermüller ließ es sich nicht nehmen jeder seiner erfolgreichen Schülerinnen eine Rose zu überreichen. Die Freiwillige Feuerwehr hatte sich zur Aufstellung und Ausbildung einer weiblichen Löschgruppe entschlossen, weil Oberbiberg eine Randgemeinde ist und viele Männer der Wehr tagsüber auswärts arbeiten. Der Löschgruppe gehören an: Kathi Kandler, Maria Trieschberger, Brigitte Markreiter, Anneliese Lang, Ingrid Berzau, Annemarie Müller, Anneliese Westner, Helga Berzau und Christl Schmid.
Am 10. Januar 1971 feierte die Freiwillige Feuerwehr Oberbiberg Fahnenweihe, die Patenschaft hatte die Freiwillige Feuerwehr Endlhausen übernommen. Durch die großzügigen Spenden der Oberbiberger Bürger konnte sich die FFW Oberbiberg eine sehr wertvolle Fahne (Entwurf Karl Pelkofer) in der Taubstummenstalt Hohenwart sticken lassen. Sie zeigt auf der Vorderseite den Hl. Florian, eine barocke Darstellung, auf der Rückseite die Kirche von Oberbiberg. Fahnenmutter war Frau Joanna Pelkofer, Fahnenbraut Fräulein Kathi Kandler. Die Weihe fand in der Kirche zu Oberbiberg statt.
Im Sommer 1972 erhielt die FFW von der Gemeinde das Kellergeschoss der ehemaligen Milchkühlanlage. In über 300 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden bauten die Aktiven den zu Raum zu einem Gerätehaus um. In diesem Jahr gab die Gemeinde 9.000,00 DM für die Feuerwehr aus.
Am Freitag, den 31. Mai 1974, erhielt die FFW Oberbiberg ein gebrauchtes Löschfahrzeug (LF16) der Berufsfeuerwehr München, das die Gemeinde für 6.000,00 DM gekauft hatte. Das Fahrzeug war in der Feuerwache Großhadern stationiert gewesen.
Vom 28. Juni – 30. Juni 1974 feierte die FFW Oberbiberg ihr 100-jähriges Bestehen. Die Schirmherrschaft hatte Bürgermeister Josef Öckler übernommen.
Da weder ein genügend großer Saal noch ein Festzelt zur Verfügung stand, hat man den damaligen Mieter der Halle beim Schulhaus gebeten, diese für die Festlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die Maschinen wurden in der Scheune des Schmid-Bauernhofes untergebracht, dann wurde mit dem Bau der Bühne und der Ausschmückung begonnen. Die Festlichkeiten begannen am Freitag, den 28. Juni 1974 mit der Bierprobe, wobei Bürgermeister Öckler das erste Fass anzapfte. Zur Unterhaltung spielten „die Altkirchner“.
Am folgenden Samstagnachmittag, wurden die Fußball-Pokal-Spiele der Feuerwehren Neubiberg, Ottobrunn, Oberhaching und dem gastgebenden Verein Oberbiberg auf der Schmidbauernwiese, rechts neben der Straße nach Jettenhausen ausgetragen.
Die Pokale stifteten die Herren Josef Öckler, Josef Kogler, Klaus Widmann und Josef Grundl. Sieger wurde der Gastgeber Oberbiberg, ihm folgte die FFW von Neubiberg, Oberhaching und Ottobrunn.
Schon eine halbe Stunde vor Beginn des großen Heimatabends in der Festhalle, mussten noch zusätzliche Tische und Stühle hineingepresst werden, um die Zahl der Zuschauer, es waren über 700 Besucher, aufnehmen zu können. Die Begrüßungsworte sprach der Vorstand, Herr Gerg Westner sen.. Ihm folgten Bürgermeister Josef Öckler, der mit dem ersten Kommandanten Josef Spindler verdiente Feuerwehrmänner ehrte und Dr. Schuppler als Vertreter des Landrates Dr. Gillessen vom Landkreis München. Ferner konnte Kommandant Spindler Herrn Kreisbrandinspektor Vetterl und Kreisbrandmeister Anton Angermüller sowie Bürgermeister Lang aus Großdingharting herzlich begrüßen.
Beim großen Festabend wirkten mit:
Die Chiemgauer Buam mit ihrer PlattlergruppeDie Geschwister Pfab aus DürnbachDer Tegernseer Zweigesang, auch bekannt unter dem Namen „Die singenden Polizisten“ undDie Deininger Stubnmusi Feuerwehrmann Karl Pelkofer bestätigte sich als Conferencier. Alle Mitwirkenden wurden mit großem Beifall bedacht.
Am Sonntag konnte die FFW Oberbiberg 25 Vereine mit 883 aktiven Feuerwehrmännern empfangen. Um 9:30 Uhr stellten sich die Feuerwehren und die Schützengesellschaft Oberbiberg zum Festzug auf, der von der Schule durch das Schmidbauern Anwesen, die ganze Zugspitzstraße bis zur Linde an der Abzweigung Waldsiedlung und zum Pichlmair-Anwesen führte, wo der Feldgottesdienst zelebriert wurde. Anschließend zogen die Vereine in die Festhalle ein, wo jeder Kommandant anstelle der üblichen Fahnenbänder zur Erinnerung eine Tontafel erhielt, auf der die Kirche von Oberbiberg im Relief zu sehen ist.
Am Montag danach kamen neben den aktiven Feuerwehrmännern und deren Angehörigen auch noch viele andere Leute aus Oberbiberg und den umliegenden Orten zu einem gemütlichen Abend zusammen, bei dem wieder „Die Altkirchner“ spielten. Damit waren aber die Feiern noch nicht zu Ende, denn am folgenden Freitagabend gab es für diejenigen, die, die Hauptarbeit für den reibungslosen Ablauf der Festlichkeiten geleistet und viele Stunden freiwillig geholfen hatten allen voran die beiden Kommandanten Josef Spindler und Robert Obermeier sowie deren Familienangehörige, Emeran Feichtmair und Josef Strobl, für Mädchen und Burschen und alle aktiven Feuerwehrleute einen gemütlichen Abend mit Freibier vom Fass und einem von Lorenz Schmid gestifteten Spanferkel. Alle waren erschöpft, aber glücklich, dass die 100-Jahrfeier so würdig gefeiert und so gut abgeschlossen werden konnte.
Weil der Geräteraum im Kellergeschoss der Milchkühlanlage für das Tanklöschfahrzeug zu klein war, musste die Gemeinde einen Neubau planen und die Finanzierung dieses Vorhabens sicherstellen. Zuerst dachte man an die Halle, was jedoch den Wert des Objektes in unvertretbarer Weise gemindert hätte. Der zweite Plan, der einen Anbau an der Nord-West-Ecke des Schulhauses vorsah, entsprach ebenfalls nicht den Anforderungen und fand zudem nicht die Zustimmung der Bauabteilung des Landratsamtes München, obwohl deren Gegenvorschlag um ein Vielfacheres schlechter war und dabei noch das Ortsbild verschandelt hätte. Erst der dritte Plan, der eine Verlängerung der Halle an der Nordseite zum Ziel hatte, konnte verwirklicht werden. Zwischen das Gerätehaus, das nach Osten offen ist und die Nordseite der Halle wurde ein Aufenthalts- und Schulungsraum für die FFW Oberbiberg eingeschoben. Das Gerätehaus passt sich nun harmonisch dem Schulgebäude an.
Der Gemeinderat stellte in seiner Sitzung vom 12. Juli 1974 für den Neubau des Gerätehauses und des Feuerwehrheimes 135.000,00 DM zur Verfügung. In der Zwischenzeit haben die Feuerwehrmänner das alte Schulzimmer umgebaut und den Verwendungszwecken entsprechend eingerichtet. An die östliche Innenwand malte Karl Pelkofer fast lebensgroß den Hl. Florian und ihm gegenüber den Wilhelm Tell, da sich die Schützengesellschaft Oberbiberg im Keller des Schulhauses sechs Schießstände eingerichtet hat und das Feuerwehrheim mitbenutzt.
Am Samstag, den 25. Oktober 1975 begannen die aktiven Feuerwehrmänner mit dem Abbruch der alten Holzhütte im Schulgrundstück. Es wurde der Schulhof planiert, der Schutt abgefahren und das Schnurgerüst für den Neubau des Feuerwehrhauses errichtet. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gerätehaus bereits fertig, während das Feuerwehrheim sich noch im Rohbau befindet. Es wird im Spätherbst 1976 fertiggestellt sein. Das notwendige Bauholz wurde von Josef Kogler kostenlos geschnitten. Besonders hervorgehoben zu werden, verdient hierbei der Einsatz von Josef Spindler (1. Kommandant), Robert Obermeier (2. Kommandant), Karl. Müller sen. und jun., Emeran Feichtmair sen. und jun., Georg Mayer, Johann Öckler, Lorenz Schmid sen., Lorenz und Martin Schmid, Josef und Franz Grundl, Walter Schechinger, Josef Fink und Josef Markreiter.
Die Vorstände und Kommandanten der FFW Oberbiberg seit 1945:
Vorstand: Kommandant: Anton Spindler 1945 - 1970 Karl Müller sen. 1956 – 1970 Georg Westner 1970 – 1982 Josef Spindler 1970 - 1982 Simon Mayer seit 1982 Robert Obermaier 1982 - 1985 Paul Kreitmair 1985 – 1991 Phillip Kufner seit 1991
Die Biberger Wehr braucht ein neues Fahrzeug!
Ende der 80-er Jahre zeigte sich, dass das Löschfahrzeug LF 16 (Baujahr 1959) den stetig steigenden Anforderungen nicht mehr genügte. Ausschlaggebend für die Notwendigkeit eines neuen Autos war nicht nur das Alter des damaligen Fahrzeuges sondern auch die sich verändernden Einsatzbereiche. Insbesondere die zunehmende Ansiedlung von Betrieben in ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäuden und die wachsende Verkehrsdichte machte es notwendig, ein Löschfahrzeug anzuschaffen, das nicht nur wie bisher Wasser und Schaum, sondern auch mit den neuesten technischen Möglichkeiten der Bevölkerung zur Verfügung steht.
Zur genaueren Planung und um allen Anforderungen an das neue Auto gerecht zu werden, setzten sich die Feuerwehrführung, die Maschinisten und einige andere Mitglieder zusammen. Auch fand eine Fahrt nach Hannover, zu weltgrößten Feuerwehrmesse statt, um sich über die derzeitigen technischen Möglichkeiten zu informieren.
Die letztlich gefällte Entscheidung, zum Kauf eines LF8/6 THL war selbst in den eigenen Reihen umstritten. Einige Mitglieder hatten die Befürchtung, mit Spreizer, Schere und Rettungszylinder überfordert zu sein. Die große Überzeugungskraft des Ausschusses konnte jedoch auch die größten Skeptiker für diese Entscheidung gewinnen.
Am 21. März 1996 war es dann soweit, eine Delegation aus Oberbiberg fuhr mit dem Mannschaftswagen und einem Anhänger voller Gerätschaften nach Weisweil, Sitz der Fa. INVECO. Zwei Tage lang wurde nun die Mannschaft mit ihrem neuen Fahrzeug vertraut gemacht.
Am Samstag, den 23. März 1996 wurde das Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 THL in den Dienst der Oberbiberger Feuerwehr gestellt.
Am 11. Mai 1996 wurde das Fahrzeug feierlich von Pfarrer Bouchée geweiht.
Mehrere Großbrände und einige schwere Verkehrsunfälle in den letzten Jahren zeigten den weitaus höheren Einsatzwert des neuen gegenüber dem alten Fahrzeug. Zwischenzeitlich informierten sich auch Feuerwehrleute aus anderen Gemeinden in Oberbiberg über Einsatzmöglichkeiten und die Handhabung des neuen Löschfahrzeuges.
Chronik
18.11.1968 Anschaffung einer neuen Feuerwehrspritze
27.12.1969 Beerdigung von Herrn Anton Höcherl, langjähriges Mitglied und Kommandant
29.05.1970 Leistungsprüfung Stufe I der 1. weiblichen Löschgruppe
10.01.1971 Fahnenweihe in der Kirche von Oberbiberg mit dem Patenverein FFW Endlhausen. Die anschließenden Feierlichkeiten fanden im Gasthaus Kandler statt.
30.08.1971 Großbrand in Großeichenhausen auf dem „Guberlhof“
20.06.1974 Kauf eines Löschfahrzeuges LF 16
28.06 – 30.06.1974 100-Jahr-Feier der FFW Oberbiberg unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Josef Öckler. Am Festzug nahmen 25 Vereine mit 883 aktiven Mitgliedern teil. Die Festlichkeiten fanden in der Maschinenhalle neben der Schule, die zur Festhalle umfunktioniert wurde, statt.
19.06.1976 Beerdigung von Herrn Johann Wolf, 30 Jahre Kassier der FFW Oberbiberg.
05.08.1976 Großbrand beim Schmied, Fam. Waltinger, Oberbiberg
28.11.1976 Einweihung des neuen Feuerwehrhauses mit Feierlichkeiten im Feuerwehrheim.
29.06 – 03.07.1978 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Oberbiberg mit Kirchenzug am 02.07.78 von Oberbiberg nach Kreuzpullach und anschließender Messe in Kreuzpullach.
16.04.1982 Beerdigung von Georg Westner sen., Vorstand der FFW Oberbiberg
07.11.1983 Beerdigung von Gerd Schechinger
08.09.1982 Verkehrsunfall am Wasserwerk bei Kreuzpullach, bei dem Joachim Grund, Burschenvorstand von Oberbiberg verstarb.
13.07. und 15.07.1984 Hagelunwetter, Einsatz in Haar
31.03.1990 Beerdigung von Robert Obermeier, Ehrenkommandant
07.01.1991 Brand in Endlhausen, Gasthaus Doll
04.06.1993 Wohnungsbrand in Deisenhofen
21.11.1994 Franz Grundl verstarb nach 33-jähriger Vereinstätigkeit
23.03.1996 Ankunft des neuen Löschfahrzeuges LF8/6 von Magirus/IVECO
11.05.1996 Einweihung des neuen Fahrzeuges durch Pfarrer Bouchée
24.01.1998 Valentin Lang, ehemaliger Schriftführer verstarb
26.06.1998 Nachbarschaftshilfe, die Raiffeisen-Lagerhalle in Endlhausen brennt
14.08.1998 Die Möbelausstellung Hofberger in Deisenhofen brennt
14.08.1998 Noch während des laufenden Einsatzes mussten im Gewerbegebiet ca. 100 Personen wegen der fehlerhaften Auslösung einer CO2-Löschanlage evakuiert werden.
Oktober 1998 Das Dach des Feuerwehrheimes wurde renoviert
24.10.1998 Schwerer Verkehrsunfall zwischen Ödenpullach und Deisenhofen, 2 Personen eingeklemmt
08.12.1998 Bei –10 Grad bricht bei Gärtnerei Geiger in Laufzorn ein Brand aus
03.01.1999 Verkehrsunfall bei Gerblinghausen, 1 Person eingeklemmt
04.03.1999 Nachbarschaftshilfe Endlhausen, 1 Person mit FFW Egling zusammen befreit
Oktober 1998 Das Dach des Feuerwehrheims wurde renoviert
Typ L8/6 THL =Technische Hilfeleistung
Fabrikat: INVECO Magirus Brandschutztechnik Weisweil. Baujahr: März 1996. Technische Daten: Gewicht: 9,5 t, Motor: 192 PS, ABS-permanenter Allradantrieb, niedriger Schwerpunkt, Single= Geländebereifung, Standheizung, Mannschaftskabine für 9 Mann, Sonderwarnanlage, Martinkompressor, 3 RKL, Straßenräumer, Hecktriplitz, 2 Atemschutzgeräte während der Fahr anlegbar.
Ausführung des Führerhauses:
Este Hilfe Koffer, Elektro- und Werkzeugkoffer, Türöffnungsset, Fluchthauben, Kälberstricke, Büffelheber, hydr. Wagenheber, diverse Werkzeuge (Spaten, Fuchsschwanz, etc.) Fotoausrüstung, Nachschlagewerk Gefahrengut, Decken, Rettungsleinen, 3 Handsprechfunkgeräte, 2m Band, 1 4m Band Funkgerät, Reserve-Schutzausrüstung, 2 Atemschutzgeräte „Überdrucktechnik PA 96“, 4 Atemschutzmasken, Getränke „Säfte“ für längere oder heiße Einsätze, Kübelspritze
Aufbau links:
Rettunsspreitzer SP 40 mit 12 t Spreitzkraft, Rettungsschere S 180, 2 Rettungszylinder RZ 1 und 2, 8 Verkehrsleitkegel, Notfalltasche, Atmung-Kreislauf-Reanimation, Stifneck, Steuergeräte und Zubehör, 2 Hebekissen à 6 t Hubkraft, Saugschläuche, B-Druckschläuche, 60 l Mehrbereichschaummittel, Schaumschnellangriff. Mittel und Schwerschaumrohr, Tee für 30 Personen, Unterbausatz mit Keilen, Unterflurhydrant, 30 m Schnellangriff mit regelbarem Strahlrohr.
Heck:
4 Triblitz, Absperrbänder etc., Pumpenstand mit Zubehör
Linke Seite:
Trennschleifer, Stativ und 2 Flutscheinwerfer8, Reservekanister, Wassersauger, Notstromaggregat mit 8 KVA, Tauchpumpe, Feuerwehrbeil, 2 Kabeltrommeln, 2 Atemschutzgeräte, Reserver-Atemschutzflaschen, 4 Atemschutzmasken, 4 Hitzeschutzanzüge, B Schläuche, 3 C-Schlauch-Tragekörbe, Ölwanne
Dach:
1 Lichtmast, 4-teilige Steckleiter, Arbeitsstellenscheinwerfer, Einreißhaken, Ölbinder, Chemikalienbinder, Schaufel und Besen, Schlauchbrücken, Ölwanne, Holzriegel
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