Freiwillige Feuerwehr Oberbiberg

Fortbildung für Führungskräfte

Wie bereits in den letzten Jahren nahmen wir auch am 7. Symposium des Kreisfeuerwehrverbandes Berchtesgadener Land in Teisendorf teil. Wie auch in den Jahren zuvor trugen hochkarätige Referenten Führungskräften unserer einheimischen Feuerwehren Einsatzberichte, interessante Neuerungen oder Wissenswertes aus der Technik vor.

Den Anfang machte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier. Er war Einsatzleiter beim verheerenden Brand in einer Behindertenwerkstätte in Titisee - Neustadt, bei dem im Jahr 2012 14, zumeist behinderte Menschen ihr Leben verloren.

Eine hohe Anzahl von Opfern gab es auch beim Einsatz, der im zweiten Vortrag von Kreisfeuerwehrinspekteur Uwe Speichermann, dem höchsten Feuerwehrmann des Rhein-Pfalz Kreises und damals nach der Explosion Einsatzleiter, im Mittelpunkt stand. Bei dem Einsatz wurden 17 Feuerwehrmänner teilweise schwer verletzt. Mangelnde behördliche Kontrollen und falsche Informationen führten zu dem Unglück, welches eine großräumige Evakuierung nötig gemacht hat.

Explosionsgefahren spielten auch im 3. Vortrag eine wichtige Rolle. Bei Silobränden sind diese sehr reell gegeben, wie der Vortragende Jörg Kayser von der DMT in Dortmund an Hand von diversen Einsatzbeispielen aufzeigte. Auch in unserem Einsatzbereich befinden sich entsprechende Silos, welche eine besonnene Einsatztaktik fordern.

Genaugenommen waren Explosionsgefahren auch im 4. Beitrag ein Thema, hier aber wieder in einer ganz anderen Art: Hans Rachl, ein Sachverständiger der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), der in seiner langjährigen Tätigkeit sehr viele Flugunfälle untersuchen musste, berichtete von einer Gefahr, an die man als Hilfskraft im ersten Moment wohl bis dahin noch nicht gedacht hatte. Einige weit verbreitete Flugzeugtypen haben eine Rakete an Bord, die in einem Notfall vom Piloten gezündet werden kann und einen Fallschirm ausschießt, welcher wiederum das Flugzeug relativ sicher wieder zur Erde bringen soll. Ist die Rakete bereits abgeschossen, stellt sie auch keine Gefahr mehr dar. In diversen Fällen musste der Redner allerdings während seiner Tätigkeit feststellen wurde die Rakete aus verschiedensten Gründen nicht aktiviert und es besteht dann natürlich die Gefahr, analog zu einem nicht ausgelösten Airbag in einem Auto, dass sie z. B. gerade während der Rettungsarbeiten hochgeht. Mit entsprechenden Gefahren für die Helfer aus allen Reihen. Wie man diese Gefahren erkennt, z. B. auf Grund bestimmter Kennzeichnungen am Fluggerät, wo die Gefahren in so einem Flieger liegen und wie man diese Gefahr eventuell bannen kann, war der hauptsächliche Inhalt des sehr interessanten Beitrages.

Als letzter Vortragender war Engelbert Köck an der Reihe. Er kommt vom Eisenbahnbundesamt und referierte über Gefahrgüter auf der Eisenbahn. Wobei er zuerst über seine bzw. die Rolle seiner Behörde aufklären musste, die entgegen der oft vorhandenen Meinung der Leute nicht „die Bahn“ selber ist, sondern im Gegenteil eine Aufsichtsbehörde der Bahn. Diese kümmert sich also eigentlich darum, dass es bei der Bahn keine Verstöße gibt. Herr Köck berichtete aber auch über die besonderen Probleme die bei Unfällen beim Transport von Gefahrgütern auf der Bahn ausgehen und wie man ihnen begegnen kann. Die sehr viel größeren Dimensionen im Vergleich zwischen Zugunglücken oder Unfällen im Straßenverkehr werden von den Hilfskräften, die es noch nicht selber erlebt haben, oftmals einfach unterschätzt. Und es schadet sicher nicht, wenn man sich schon im Vorfeld Gedanken macht mit welchen Kräften man was (noch) bewältigen kann.

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